GAME.CHANGERS | Lesezeit: 4 Minuten

Kasper Rorsted

Wir stellen den aktuellen Adidas CEO Kasper Rorsted vor, der als bester CEO des Dax gilt und auch bei Henkel bleibende Spuren hinterlassen hat. Wir erklären wie er es aus Dänemark zu einem der prägenden Manager in Deutschland geschafft hat.

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Familie und Ausbildung von Kasper Rorsted

Kasper Rorsted kommt ursprünglich aus Dänemark und ist derzeit amtierender CEO von Adidas. Geboren wurde er am 24. Februar im Jahr 1962 in der Stadt Aarhus als Mittlerer von drei Brüdern. Sein Vater, Bendt Rorsted, ist, ein renommierter Wirtschaftsprofessor an der Universität in Aarhus. Schon in jungen Jahren war Kasper Rorsted sportlich sehr aktiv. Zum Beispiel spielte Rorsted Handball in der Jugend-Nationalmannschaft, was ihn auch zum ersten Mal in die USA führte.

Seine Weiterbildung begann er am Niels Brock College in Dänemark und ging er ein wenig später an die Copenhagen Business School, an der er seinen MBA Abschluss in International Business Studies machte. Sein letzter Stop an einer Universität war an der Harvard Business School in einem Executive Summer Programm. Mit seiner Frau hat Rorsted 4 Kinder und spricht Englisch, Dänisch, Deutsch und Schwedisch.

Erste Berufserfahrungen

Die erste Station von Kasper Rorsted war Oracle, wo er eine Vertriebs- und Marketingposition innehatte. Oracle ist, in punkto Umsatz, der weltweit größte Software- und Hardwareproduzent. Das Steckenpferd von Oracle ist das Datenbanksystem Oracle Database für Unternehmenskunden. Im Anschluss an seine Arbeit bei Oracle nahm er eine sehr ähnliche Position bei dem amerikanischen Unternehmen Digital Equipment (DEC), welches die ersten Computer erfunden hat, an.

Allerding wurde die Firma bereits im Jahr 1998 von Compaq übernommen. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete Kasper Rorsted für Compaq, wo er sehr schnell die Karriereleiter hinaufstieg. Bereits kurz nach seinem Einstieg wurde er dort Leiter des Industriekundengeschäfts für die Bereiche Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Danach war Rorsted zwischen 2002 und 2004 zuerst Vice-President und danach General Manager bei Hewlett-Packard, heute auch bekannt als HP Inc.

Karriere bei Henkel

Im Jahr 2005 ging Rorsted zum Konsumgüterkonzern Henkel, zu welchem unter anderem Persil, Schwarzkopf und Pritt gehören. Dort begann er zunächst als Mitglied der Geschäftsführung und war zuständig für die Bereiche: Personal, Einkauf, Informationstechnologie und Infrastruktur-Services. 2007 und 2008 wurde er auch hier befördert, und zwar zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung von Henkel. Im Jahr 2008 wurde Rorsted am 14. April bei der Hauptversammlung von Henkel dann als erster Nicht-Deutscher Vorsitzender der Geschäftsführung von Henkel gewählt. Damit löste er Ulrich Lehner ab, welcher in den Gesellschafsausschuss wechselte.

Diese Paarung wurde zuerst sehr kritisch betrachtet und wurde unter anderem in einem Artikel der Wirtschaftswoche als Beziehung zwischen Mammut und Opossum beschrieben. Jedoch wurde unter Rorsted die Firmenstrategie von Henkel verändert. Als Ziel für das Jahr 2012 setzte Rorsted zum Beispiel, eine bereinigte Marge, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, von 14 Prozent an. Er begründete diese ehrgeizigen Ziele damit auf die Konkurrenz aufschließen zu wollen, weil Procter & Gamble oder Reckitt Benckiser in Bezug auf die Rendite damals deutlich vor Henkel lagen.

Wechsel zu Adidas und Aufstieg zur Legende

Mit dem Wechsel zu Adidas, begannen erfolgreiche Jahre für Adidas. Am besten lässt sich dieser Erfolg durch die Kursschwankungen nach der Ankündigung im Jahr 2016 aufzeigen, welche Henkel 2,2 Milliarden an Börsenwert verlieren ließ, während der Wert von Adidas um 1,9 Milliarden zunahm. Seitdem 1. August 2016 ist Rorsted Vorstand und seit dem 1. Oktober ist er Vorstandsvorsitzender. Seit seinem Antritt hat Kasper Rorsted es geschafft bis ins Jahr 2019 den Wert der Adidas AG um 24 Milliarden zu erhöhen, was einem Zuwachs von 73 Prozent entspricht. Aus diesem Grund wurde er im selben Jahr auch vom Manager Magazin als bester CEO des Jahres ausgezeichnet.

Dem kam wohl auch sein sehr eigener und zugleich erfolgreicher Führungsstil zugute – Rorsted fordert immer Tempo, klare Abläufe, Organisation und Kostendisziplin im Unternehmen. Zudem arbeitet er mit überaus strikten Ergebnisvorgaben, um dieses Potenzial so gut wie möglich auszuschöpfen. Wenn Führungskräfte beispielsweise nicht seinen Erwartungen gerecht werden, tauscht er sie sehr schnell aus. So ist es kaum verwunderlich, dass Rorsted schon so einige wichtige Beiträge zur Entwicklung von Adidas als solches geleistet und das deutsche Unternehmen darüber hinaus sehr profitabel gemacht hat.

Adidas und die Corona-Krise

Jedoch setzte zuletzt auch dem Sportartikelhersteller die Corona-Krise zu und Rorsted musste Kapital von der KfW-Bank aufnehmen. Dabei ist die aktuelle Situation alles andere als rosig: Die Lager quellen über mit Millionen an Schuhen, Sportshirts und Shorts. Mit jedem Tag wird diese Ware auch weniger wert, denn alle diese Produkte gehören zur Frühjahrs-Kollektion, womit sie mit jedem Tag ein wenig unbeliebter bei den Kunden werden oder einfach außer Mode geraten. Entsprechend versucht Rorsted diesen Umstand mit vielen Rabatten im Onlineshop gegenzusteuern. Allerdings hat er mit noch mehr Dingen als nur dem Vertrieb zu kämpfen.

Adidas kommt aus dieser Krise mit einem großen Imageschaden heraus. Dieser Schaden hat mehrere Gründe. Ein Beispiel: Adidas hat zwischenzeitlich beschlossen während der Krise keine Miete mehr für alle Läden zu zahlen. Vor allem in Deutschland hat Rorsted dafür sehr viel Kritik bekommen und deshalb die Entscheidung auch nur wenige Tage später revidiert.

Adidas und die „Black Lives Matter“ - Bewegung

Außerdem hat Adidas es nicht geschafft pünktlich, zu den während der Krise aufgekommenen „Black Lives Matter“-Bewegung, Stellung zu nehmen, womit er einen deutlichen Nachteil zum Konkurrenten Nike hat und auch allein in Amerika riskiert hat fast 50 Millionen Kunden zu verlieren. Da in diesem Bezug auch Vorwürfe aufgekommen sind, dass Adidas nichts gegen Rassismus am Arbeitsplatz unternimmt, musste auch die Vorständin für Human Resources ihren Posten abtreten, da sie es versäumt hatte gegen solches Verhalten strengstens vorzugehen.

Karen Parkin war die einzige Frau im Adidas-Vorstand, welcher nun wieder ausschließlich aus Männern besteht. Parkin soll nämlich vor einem Jahr etwaige Rassismusvorwürfe, bei der Adidas-Tochter Reebok einfach unter den Teppich gekehrt haben und diese als unwichtig angesehen haben. Da nun der Widerstand der „Black-Lives-Matter“ gegen die Marke Adidas größer wurde, hat Rorsted mit der Ankündigung, dass von nun 30 % aller Angestellten in Nord-Amerika Afroamerikaner oder Latinos sein sollen, eingelenkt.

Abschließend kann man sagen, dass Kasper Rorsted die Adidas Investoren bisher immer sehr zufriedengestellt hat, allerdings hat er auch wie nahezu jeder andere CEO, in der Krise seine Hürden zu bewältigen.

Steckbrief

Kasper Rorsted wurde 1962 als eines von 3 Kindern geboren und war in seiner Jugend in der Handball Jugend-Nationalmannschaft aktiv. Seinen MBA absolvierte er an der Copenhagen Business School und ist aktuell Vater von 4 Kindern. Nach Stationen bei Oracle und in der Geschäftsführung von Henkel reifte er bei Adidas zum besten CEO Deutschlands. Vor allem sein einzigartiger Führungsstil gilt dabei als Schlüssel zum Erfolg. So erfuhr der Börsenwert von Adidas unter seiner Führung einen Zuwachs von 24 Milliarden Euro, was 73% entspricht.

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