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John D. Rockefeller – Der erste Milliardär aller Zeiten

John Davison Rockefeller war ein amerikanischer Unternehmer, der erste Milliardär der Weltgeschichte und gilt als der reichste Mann der Neuzeit. Sein wohl größtes Vermächtnis ist die Erdölraffinerie, aus welcher im Jahr 1870 die Standard Oil Company hervorging.

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Eltern und Aufwachsen von J.D. Rockefeller

John Davison Rockefeller wurde am 8. Juli 1839 als Sohn von William Avery Rockefeller und Eliza Davison, von der er seinen Mittelnamen hat, in Richford, New York geboren. Er hatte fünf Geschwister, von denen vier jünger als er waren. Seine Vorfahren kommen aus Deutschland aus dem heutigen Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz und nicht wie fälschlicherweise oft gedacht aus Frankreich. Der Vater von John D. Rockefeller war ein sogenannter „Kräuterdoktor“, der ohne Arztdiplom durchs Land reiste. Außerdem verlies er die Familie bereits im Jahr 1855. Zu dieser Zeit war John gerade einmal 16 Jahre alt. Später hat sein Vater sogar noch einmal als Bigamist geheiratet, während er die Ehe zu Johns Mutter niemals aufgelöst hat. John hat im Alter von 16 Jahren die High School abgeschlossen. 

Er hat schon während der Schulzeit immer gearbeitet, oft als Page und Tellerwäscher. Bereits in seiner Kindheit und Jugend hat Rockefeller genaue Dokumentation über seine Ausgaben geführt, weil er laut eigener Aussage Geld als „gefrorene Zeit“ gesehen hat und es ihm deswegen Spaß machte darüber Buch zu führen.

Passend dazu wurde John nach seinem Schulabschluss bei der Spedition Hewitt & Tuttle Lehrling in der Buchhaltung. Er zeichnete sich durch seine sehr zuverlässigs und ordentliche Arbeit aus und deswegen auch von der Geschäftsführung sehr geschätzt. Deswegen wurde Rockefeller auch noch während seiner Lehre mit 18 Jahren vom Hilfsbuchhalter zum Chefbuchhalter der Firma befördert. Das Unternehmen wollte ihn gerne halten, doch er hat darauf bestanden, sich selbstständig machen zu wollen.

Der Beginn einer großen unternehmerischen Laufbahn

Am 1. April 1858 gründete Rockefeller gemeinsam mit Maurice Clark und George W. Gardner ein Makler- und Agenturgeschäft in Cleveland . Dem Unternehmen gelang es Bohraufträge an Land zu ziehen und bereits ein Jahr nach der Gründung vom großen Öl-Boom zu profitieren. Nur wenige Monate später hat das Unternehmen einen sehr guten Chemiker gefunden – Samuel Andrews – der das Rohöl so gut verarbeiten konnte, dass nahezu alles davon verwendet werden konnte. Zusätzlich hielt Samuel Andrews diverse Patente für die Rohölweiterverarbeitung, die für Rockefeller und sein Unternehmen von unschätzbarem Wert waren. Rockefeller konnte so seine eigenen Fässer anfertigen und war sein eigener Spediteur und Fuhrdienst, sodass er nahezu unabhängig agieren konnte.

Später übernahm Rockefeller dann die Firma von seinen 5 Partnern, welche er mit der damals sehr stattlichen Summe von 750.000 US-Dollar auszahlte. Andrews machte er allerdings wieder zum Teilinhaber. Später kam dann noch sein bester Freund Henry Morrison Flagler als Teilinhaber hinzu. Am 10. Januar 1870 gründete John D. Rockefeller dann schließlich, die weltweit bekannte Standard Oil Company, gemeinsam mit seinem Bruder William, Henry Morrison Flagler, Samuel Andrews und Stephen V. Harkness. Zwei Jahre später, schlossen sich mehrere Unternehmen der Ölbranche zu dem Trust, unter Rockefellers Führung, zusammen. Das Ziel der sogenannten South Improvement Company war es, unter der Absprache mit der Eisenbahnindustrie, günstige Tarife für die Rohöl-Fracht zu erhalten. 

Um die Macht der Standard Oil Co. zu sichern, kaufte Rockefeller im Schatten der Öffentlichkeit die drei größten Raffinerien in Pittsburgh und Philadelphia. Diese Raffinierien kauften dann wiederum sämtliche Konkurrenten der Standard Oil Co. auf, sodass ohne dass es die Öffentlichkeit bemerkte, in den 1870er Jahren 90% der amerikanischen Öl-Förderung durch Rockefeller betrieben wurde. 

Wie Rockefeller das Monopol in der Ölbranche verwaltete

Auf diesem Wege erarbeitete sich Rockefeller eine Monopolstellung in der Öl-Industrie und erlangte dadurch sehr viel Macht. Kurze Zeit später hingegen gelang dieses Vorgehen in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit, sodass Rockefeller stark in die Kritik geriet. Durch politischen und juristischen Druck wurde er so zu einer Schließung eines Teils seiner Betriebe gezwungen. Als Resultat legte Rockefeller dann ein undurchsichtiges Netz an Tochterfirmen an, um rechtliche Beschränkungen von Firmenbesitzen in anderen Bundesstaaten zu umgehen. Der Firmensitz wurde dann 1882 nach New York verlegt und somit auch Teile des Firmenimperiums wiedervereinigt. Um das Firmenimperium zu verwalten, verteilte Rockefeller die Entscheidungsmacht auf 9 Treuhänder und 40 Aktionäre.

Im Laufe der 1880er Jahre wurde der Öffentlichkeit zunehmend deutlich, welches Machtgefüge Rockefeller gebildet hatte. Dadurch, dass die Industrialisierung die Bedeutung von Öl immer weiter steigen ließ, erkannte die Öffentlichkeit schnell den exponentiellen Machtzuwachs der Rockefeller durch sein Öl-Imperium bevorstand. 

Die 1890 vom amerikanischen Kongress erlassenen Anti-Trust-Gesetze, welche auch als „Sherman Antitrust Act“ bezeichnet werden, waren in erster Linie gegen die Firmengeflechte und die Machtkonzentration Rockefellers gerichtet. Im folgenden Rechtsstreit konnte Standard Oil die eigene Zerschlagung zunächst abwenden, indem Rockefeller seine Verwaltungen nach New Jersey verlegte, wo eine andere Rechtssprechung galt. So konnte er in nur minimal veränderten Machtstrukturen weiter arbeiten. Lediglich den Namen musste Standard Oil zu “Standard Oil Company of New Jersey” abändern. 

Als im Jahr 1899 der finale Rechtsspruch gesprochen wurde, musste Standard Oil in 38 eigenständige Gesellschaften gespalten werden. 10 Jahre später, im Jahr 1911 zog sich Rockefeller aus der offiziellen Unternehmensspitze zurück, behielt aber dennoch die Macht über die Standard Oil. 

Weiteres Engagement von J.D. Rockefeller und seiner Familie

John Davison Rockefeller war aber nicht nur für sein unternehmerisches Engagement bekannt, sondern tat auch viel für die Gesellschaft. Aus diesem Grund gilt er heute noch als einer der größten Philanthropen Amerikas und als Mitbegründer des „American Dreams“. Der Ruf des Philanthropen war aber, während er lebte, noch nicht so stark etabliert, da jeder glaubte, dass es seine gemeinnützigen Projekte nur dafür gab, um vom Ludlow Massaker 1914 abzulenken und dieses zu kaschieren. Dieses Massaker spielte sich in Ludlow in Colorado ab, wo eine der Firmen der Standard Oil Trust – die Colorado Fuel & Iron Co. – Bergbau betrieb. In der Kleinstadt Ludlow baute er deshalb eine Siedlung bestehend aus Wohnhäusern, um den Arbeitern das Leben in Ludlow – gegen Lohnabzug – zu ermöglichen. 

So wurde die Trennung von Familien verhindert und die Arbeiter konnten gemeinsam mit ihrer Familie in Ludlow leben. Im Jahr 1914 kam es, wie an anderen Orten, unter den Arbeitern von Ludlow zum Wunsch einer Gewerkschaftsbildung. Diese lehnte Rockefeller strikt ab, woraufhin die Arbeiter in einen Streik gingen, bei dem rund 70% der Arbeiter die Arbeit niederlegten. Daraufhin entzog Rockefeller allen Arbeitern mitten im Winter das Wohnrecht in den Wohnhäusern, indem er sie allesamt fristlos kündigte. 

Als sich einige Familien weigerten auszuziehen, wurden die Häuser in Brand gesteckt. Daraufhin sind zahlreiche Frauen und Kinder in den Flammen verbrannt. Es folgten kriegsähnliche Auseinandersetzungen zwischen den (ehemaligen) Arbeitern und einer von Rockefeller bezahlten Miliz. Erst als US-Präsident Woodrow T. Wilson nach 10 Tagen der Auseinandersetzungen die Armee einschaltete, wurde der Kampf beendet. 

Dennoch hat sich Rockefeller auch für die Gesellschaft eingesetzt, beispielweise gründete er im Jahr 1901 das “Rockefeller Institute for Medical Reseach”, das später in “Rockefeller Universität” umbenannt wurde. Außerdem finanzierte er 1890 die Gründung und Erbauung der University of Chicago. 

1913 wurde die Rockefeller Foundation gegründet, die Gelder an ausgewählte Projekte verteilte, beispielsweise 1927 2 Millionen US Dollar an das Rockefeller-Museum für Archäologie in Jerusalem. Da Rockefeller ein gläubiger Baptist war, unterstütze er zahlreiche Einrichtungen dieser Glaubensgruppe, auch in Deutschland. So ist beispielsweise das Predigerseminar der deutschen Baptisten in Hamburg von Rockefeller finanziert worden.

Familie Rockefeller

Rockefeller war, aber genau so wie er ein Unternehmer war, ein Familienmensch. Bereits im Alter von 25 Jahre heiratete Rockefeller Laura Celestia Spelman, Spitzname „Cettie“. Gemeinsam hatten die beiden 5 Kinder: Elizabeth, Alta, Alice, Edith und John D. Junior, wobei eines, Alice leider im frühen Kindesalter verstorben ist. Sein einziger Sohn hatte auch eine Aufgabe bei der American Baptist Education Society und war auch für den Bau des Rockefeller Centers verantwortlich, denn dieses ist auch nach seinem Sohn und nicht nach dem Senior benannt.

Steckbrief

John Davison Rockefeller wurde 1839 als eines
von sechs Kindern geboren und mit 16 Jahren die High School abgeschlossen. Er
führte bereits früh Buch über sein Geld und wurde Lehrling in einer Buchhandlung.
Dort wurde er mit 18 Chefbuchhalter, bis er sich anschließend selbstständig machte.
Zunächst wurde er Teilhaber eines Makler- und Agenturgeschäftes in Cleveland
und begann mit der Firma die ersten Bohraufträge für Öl-Aufträge. Er baute sein Öl-Imperium in den nächsten Jahren mit Hilfe mehrerer Akquisitionen und Zusammenführungen aus. Letzendlich wollte die Regierung sein Imperium sogar durch Verfassungsänderungen limitieren.

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