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100 Mrd. $ Vision Fund – Das ist die Geschichte des Gründers

Wer ist der Mann, der den $100 Milliarden Softbank Vision Fund aufgesetzt hat, aktuell auf der ganzen Welt in der Kritik steht und sich selbst ganz bodenständig mit Jesus vergleicht?

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Die Kindheit des Masayoshi Son

Masayoshi Son wurde 1957 in Tosu, Japan geboren und wuchs dort bis zu seinem 16ten Lebensjahr auf. Aufgrund seiner südkoreanischen Abstammung, die sein Name erkennen lässt, hat er sich in Japan oft den japanischen Namen Yasumoto gegeben, um nicht diskriminiert zu werden. Als Son 15 Jahre alt war, erkrankte sein Vater schwer, dennoch ging Son gegen den Willen seiner Eltern mit nur 16 Jahren nach San Francisco, um an einer High School Englisch zu lernen und anschließend studieren zu gehen.

Wenn das Studium zur Nebensache wird

Sein Studium absolvierte er an der University of California in Berkeley, wo er Wirtschaft studierte und parallel lernte Software zu entwickeln. Schon während seiner Studienzeit zeigte Son seine große Geschäftsfähigkeit: Er hat die frühen Konsolen des mittlerweile weltberühmten Pac-Man Spiels in die USA importiert und an Bars und Clubs in Kalifornien verkauft. Weil sein Vater im Arcade-Spiel-Business sehr gut vernetzt war, hatte Son ebenfalls Zugang zu frühen Versionen einer japanischen Pinball-Variante, die er ebenfalls in den USA vertrieb. Durch den erfolgreichen Verkauf dieser Arcade-Games, hat Son schon zu Studentenzeiten Millionen verdient.

Als sei das nicht genug: Zusätzlich hat er als Student noch ein eigenes mobiles Übersetzungsgerät entwickelt und das für $1 Millionen an Sharp verkauft. Dass er parallel noch ein paar andere Unternehmen gründete, die er ebenfalls erfolgreich verkaufen konnte, gerät dabei fast schon zur Nebensache. Wir halten fest, das alles hat er während seines Studiums auf die Beine gestellt.

Der fulminante Anstieg von SoftBank

Als er 1981, mit 24 Jahren, fertig studiert hat, ging Son zurück nach Japan und gründete mit Hilfe eines $1 Millionen Kredits, das Software Unternehmen SoftBank Capital. Zu Beginn war SoftBank eher weniger erfolgreich, sodass seine Bank ihm den Kredit sogar kündigte. Eine andere Bank gewährte ihm allerdings abermals einen Kredit, sodass Softbank fortgeführt werden konnte.

Kurz zusammengefasst: In den 90er Jahren gelang es Softbank auf der Welle des DotCom Hypes erfolgreich mit zu reiten und hervorragend zu investieren, sodass sie zu einem der großen Gewinner der New Economy wurden. Zu Bestzeiten war Softbank in etwa $140 Milliarden wert!

Hoch geflogen – und tief gefallen

Nach Platzen der DotCom Blase hat sich Softbanks Wert allerdings minimiert, das Unternehmen hatte teils Schulden im Wert von $1 Milliarde und der Wert der Aktie war um bis zu 98% gesunken. Son selbst hat dabei rund $70 Milliarden verloren – die größte Summe, die eine Privatperson laut Business Insider je verloren hat.

Ein Kämpfer gibt nicht auf

Doch Softbank hat es geschafft sich innerhalb kurzer Zeit zurück zu kämpfen und in den Folgejahren am Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen. Durch einen legendären Deal mit Apple durfte bis 2011 außer Softbank kein anderer Anbieter IPhones in Japan verkaufen, ein riesiger Marktvorteil für Softbank. Softbank entwickelte sich prächtig, mehrere erfolgreiche Akquisitionen sorgten dafür, dass das Unternehmen mittlerweile nun der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Welt ist. Eine Investition, die repräsentativ für das gute Gespür von Son steht, ist sein $20 Millionen Investment in Alibaba um die Jahrtausendwende, das mit IPO von Alibaba im Jahr 2016 auf $60 Milliarden gestiegen ist.

Der legendäre Vision Fund

2017 hat Softbank mit über 100 Mrd. Kapital den weltweit größten technologie-fokussierten Venture Capital Fund – den Vision Fund – gegründet. Größter Investor ist Saudi Arabiens Staatlicher Investment Fund, dessen Kronprinz er eigenen Aussagen zufolge in 45 Minuten zu einem $45 Milliarden Dollar Investment überreden konnte. Sein Vorgehen, sich und seine Vision zu verkaufen scheint einzigartig zu sein! Weitere Investoren des Funds sind unter anderem Apple, Foxconn und Sharp – Sharp ist übrigens das Unternehmen, das Son im Studium für $1 Millionen sein Übersetzungsgerät abgekauft hat, es lohnt sich also Kontakte auch langfristig zu halten. Dieser Vision Fund ist zur Zeit allerdings von allen Seiten in Beschuss. Die 88 Firmen, in die der Fund aktuell investiert ist, sind neben Slack, Auto1, Grab und GetyourGuide unter anderem Uber und WeWork, die bekannter Maßen aktuell deutlich underperformen. Auch andere Investments laufen nicht wie geplant, sodass der Fund für das Geschäftsjahr, das im März 2020 endete, einen Verlust von $16,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet hat. Mit der Corona-Krise verschärfte sich die Situation zunehmend, die waghalsigen Investments verlieren zunehmend an Wert. Große Krise würde man denken, aber Son sieht das ganz realistisch: „Auch Jesus wurde kritisiert und in seiner Taktik falsch verstanden.“ Es gilt also abzuwarten, ob der bis dato kämpferische Son auch diese Krise meistert. Denn: So viel Geld wie er 2004 verloren hat, hat noch kein anderer verloren. Dass er mittlerweile dennoch wieder Japans zweit reichster Mann ist und er Softbank wieder zu Größe verholfen hat, spricht hingegen für seinen Kampfgeist.

Die etwas anderen Facts über Masayoshi Son

  • Seit 1995 hat Son $215 Millionen in Dividenden erhalten, davon hat er $120 Millionen an die Opfer des Tsunamis in Japan gespendet; auch sein jährliches Gehalt spendet er an die Opfer des Tsunamis
  • Sein Vermögen wird auf $14 Milliarden beziffert
  • Er besitzt das zweitteuerste Haus, das in den USA je gekauft wurde: Sein $117,5 Millionen Anwesen in Woodside, California
  • Er besitzt ein japanisches Baseball Team „Softbank Hawks“
  • Nicht zu vergessen: Das best-verkaufteste Smartphone Spiel der Welt „Puzzle & Dragons“ hat sein Bruder entworfen, der dadurch ebenfalls Milliardär wurde. Son, ein Early-Stage Investor des Spiels, hat dabei ebenfalls Milliarden verdient.

Steckbrief

Masayoshi Son wurde 1957 geboren und ging bereits mit 16 Jahren in die USA, um dort Englisch zu lernen und anschließend an der University of California, Berkeley zu studieren. Bereits während seines Studiums war Son sehr geschäftstüchtig und verdiente seine ersten Millionen durch den Vertrieb von Arcade Games und der Erfindung eines Übersetzungsgeräts. 

Nach seinem Studium gründet Son in Japan das Unternehmen Softbank, profitiert vom DotCom Hype und baut einen Unternehmenswert von $140 Mrd. auf. Nach Platzen der DotCom Blase sinkt der Wert des Unternehmens rapide, Son schafft es jedoch das Unternehmen in den Folgejahren erfolgreich wieder aufzubauen. Mit Investitionen wie in Alibaba, in die er 20 2017 gründet er dann den 100 Mrd. technologie-fokussierten Vision Fund, der nun weltweit in der Kritik steht.

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