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Benjamin Graham – Der Lehrmeister von Warren Buffett

Wir stellen Benjamin Graham vor, der als Top-Studierender der Columbia Universität seine Karriere an der Wall Street beginnt und dort zur Legende wird und seitdem als Vater des Value Investing gilt. Wie er das wurde? Wir erklären es dir! 

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Jugend und Familie von Benjamin Graham

Benjamin Graham, auch bekannt als „Vater des Value Investing“ war ein amerikanischer Investor und Ökonom. Er wurde 1894 in London als Benjamin Grossbaum und Sohn eines Porzellanhändlers in einer jüdischen Familie geboren. 

Jedoch wanderten seine Eltern Isaac Grossbaum und Dorothy Grossbaum bereits ein Jahr nach seiner Geburt mit ihm nach New York aus und änderten später auch ihren Namen zu Graham, da deutsch klingende Namen zu Beginn des ersten Weltkrieges mit Argwohn betrachtet wurden.

Da der junge Graham schon im Alter von neun Jahren seinen Vater verlor, wuchs er in extremer Armut auf. Dieser Zustand motivierte ihn dazu genug Geld zu verdienen, um seiner Familie ein angenehmes Leben zu ermöglichen.

Benjamin Graham war schon immer ein überaus intelligenter Schüler gewesen und konnte sich somit ein Stipendium an der Columbia University verdienen. Dort absolvierte er seinen Bachelor als zweitbester seines Jahrgangs.

Frühe Karriere

Trotz dem Angebot seiner Universität ihn als Dozenten einzustellen, lehnte er das sichere Geld ab und ging an die Wall Street. Für damalige Zeiten ein sehr ungewöhnlicher Schritt für Top-Absolventen. 1914 begann er bei der Investment-Firma Newburger, Henderson & Loeb als einfacher Angestellter und schrieb dort primär Investment-Ergebnisse an eine Tafel.

Seine Vorgesetzten erkannten schnell die Begabung des jungen Graham und übertrugen ihm andere und anspruchsvollere Aufgaben. Schon bald kümmerte er sich als Analyst um die Finanzanalyse verschiedenster Anlagemöglichkeiten für die Investment-Firma.

In den darauffolgenden Jahren arbeitete er sich außergewöhnlich schnell durch die Ränge und wurde 1920 Partner bei Newburger, Henderson & Loeb, was ihm ein Jahresgehalt von rund $50.000 einbrachte (das entspricht heute ca. $644.000).

Graham Newman Co.

1926 gründete Benjamin Graham gemeinsam mit Jerome Newman, ebenfalls ein Broker an der Wall Street, die Investmentpartnerschaft Graham-Newman Corp. Dabei handelte es sich um eine revolutionäre Partnerschaft, da sie basierend auf einer völlig neuen und sehr radikalen Strategie in der Lage waren neben der Sicherheit des Kapitals ihrer Klienten, zusätzlich Gewinne von bis zu 670% über einen Zeitraum von 10 Jahren zu erwirtschaften. Sie wetteten auf steigende Kurse einer Aktie und zugleich auf fallende Kurse einer anderen Aktie. So konnten sie ihre finanziellen Ressourcen zu jeder Zeit voll ausschöpfen ohne Geldpolster haben zu müssen. Damit out-performten sie führende Mutual-Funds zeitweise um bis zu 40%.

Währenddessen begann Graham außerdem eine Lehrtätigkeit an der Columbia University, welcher er bis zum Ruhestand die Treue hielt und dabei unter anderem den erfolgreichsten Investor aller Zeiten, Warren Buffett, unterrichtete.

Northern Pipeline Affäre

1926 machte Graham außerdem eine erstaunliche Entdeckung, welche ihm half sich am Aktienmarkt einen Namen zu machen.

Wie du mit Sicherheit noch aus unserem Blog zu J.D. Rockefeller weißt, wurde die Standard Oil Company 1911 in 34 unabhängige Firmen zerschlagen, welche von der Wall Street aufgrund ihrer finanziellen Undurchsichtigkeit wenig Beachtung geschenkt bekamen. Jedoch wurden diese Splitter-Firmen der ehemaligen Standard Oil 1926 angehalten einen Jahresabschluss vorzulegen.

Während Graham durch diese Berichte ging fiel ihm eine Firma sofort ins Auge, und zwar die Northern Pipeline. Diese wurde nämlich für $65 pro Aktie gehandelt, hielt jedoch Eisenbahnanleihen im Wert von $95 pro Stück. Zudem erkannte er, dass die Beteiligung, zu der auch andere liquide Mittel gehörten, derart waren, dass das Unternehmen seine Vermögenswerte an Aktionäre verteilen hätte können, ohne die Betreiber zu beeinträchtigen.

Überzeugt von seiner Idee, erwarb er 5% der Anteile an der Northern Pipeline und nahm direkt einen Zug nach Washington, um sich mit dem Vorsitzenden des Unternehmens zu treffen. Jedoch war dieser nicht sehr begeistert von der Idee das überschüssige Vermögen an die Aktionäre zu verteilen und wies Graham ab.

Unbeeindruckt stellte Graham eine Anwaltskanzlei ein und begann um Stimmrechtsvertreter zu werben. Somit konnte er bis Januar 1928 37,5% der Stimmrechte erwerben und damit seinen Vorschlag bei der Hauptversammlung in diesem Jahr vor den übrigen Aktionären vortragen. Im Anschluss an die Versammlung gab die Rockefeller Foundation die Anweisung so viel Bargeld an die Aktionäre zu verteilen wie sie erübrigen konnten. Zudem war die Northern Pipeline nun dazu gezwungen Grahams Wahl in ihren Vorstand zu akzeptieren und zuletzt $70 pro Aktie an ihre rechtmäßigen Besitzer, die Aktionäre, zu vergeben.

Beeindruckt lud ihn daraufhin Rockefeller zu einem Treffen ein, was damit endete, dass Rockefeller weitere Partner und ehemalige Mitarbeiter kontaktierte und sie dazu drängte ihre überschüssige Liquidität unter den Aktionären zu verteilen.

Bekannt als „Northern Pipeline Affair“, etablierte der sogenannte „ripple effect“ (Welleneffekt) Benjamin Graham als brillanten Analysten und Aktionärsaktivisten.

Nach dem Marktcrash

1929 erfuhr der Aktienmarkt bekannter Maßen einen massiven Crash, welcher in der sogenannten „Great Depression“ (große Depression) mündete. Auch die Graham-Newman Corp. erlitt einen extremen Verlust an Aktienwert, jedoch war sie in der Lage sich über Wasser zu halten. Schließlich konnte sie einen Großteil ihrer Assets wiederbekommen und musste seitdem nie wieder einen Jahresverlust ausweisen. Entsprechend erwirtschafteten sie bis 1957 einen durchschnittlichen Jahresgewinn von 17%.

Dieser Crash regte Graham zum Denken an und führte zu der Veröffentlichung seines ersten Buchs mit dem Namen „Security Analysis“, welches das erste Buch war, das sich systematisch mit dem Studium von Investments befasste.

Weiterhin veröffentlichte er sein zweites und wohl bekanntestes Werk, „The Intelligent Investor“, im Jahr 1949.  Dieses Werk basiert darauf, dem Leser ein möglichst präzises Rezept für die Entscheidung an die Hand zu geben, ob eine Aktie zu einem rationalen Preis gehandelt wird. Vor allem seine Konzepte „Mr. Market“ und die „Margin of Safety“ sind weltweit bekannt.

Noch heute ist Benjamin Graham eine Legende und seine Lehren über das Value Investing bilden weiterhin die Grundlage für jegliche Literatur in diesem Bereich. Außerdem leben seine Ansätze in seinem damaligen Schüler und erfolgreichsten Investor aller Zeiten, Warren Buffett, weiter.

Steckbrief

Benjamin Graham wird 1894 in London geboren wird und beginnt als Absolvent der Columbia University direkt an der Wall Street seine Karriere. Sein Talent wird früh erkannt, sodass er innerhalb weniger Jahre zum Partner bei seinem Einstiegsunternehmen aufsteigt. Gemeinsam mit J. Newman gründet er anschließend die Graham Newman Co. und wird zu einer Legende. Er gilt als Urvater des Value Investing und hat mit seinen beiden Büchern Premiere in diesem Bereich gefeiert.

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